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Was ist ein DEKUBITUS?

Dekubitus

Dekubitus ist ein häufiges Problem bei älter werdenden Menschen, welche längere Zeit im Bett liegen. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Wundgeschwür, das entsteht, wenn eine Person zu lange in der selben Position verbringt und Druck an einer Stelle des Körpers entsteht, sodass ein schmerzvolles Geschwür entsteht. Ein Leiden, das man mit der richtigen Pflege vermeiden kann.

Pflegefux gibt Ihnen nützliche Hinweise zum Umgang mit diesem häufigen Problem bei der Altenpflege.

Definition

Bei einem Dekubitus (zu lateinisch: decumbere‚ „sich niederlegen“) handelt es sich um eine lokale Schädigung der Haut und des Gewebes, welches darunter liegt. Es entsteht meistens bei zu langer Druckbelastung durch Schwerkraft an einer Stelle des Körpers. Da das Gewebe generell schon sehr geschwächt ist infolge von Krankheit oder dem natürlichen Prozess des Alterns, kann dadurch eine Durchblutungsstörung entstehen und die Haut, sowie das Gewebe stark geschädigt werden. Dadurch entstehen qualvolle Schmerzen und Wunden, welche bei  falscher Pflege sogar chronisch auftreten können. Chronische Geschwüre bezeichnet man im Fachbereich als Dekubitalulzera und können für Patienten ein großes Leid verursachen.

Andere Bezeichnungen sind Wundliegegeschwür oder Druckgeschwür.

Wie entsteht ein Dekubitusgeschwür?

Drei Faktoren sind dabei ausschlaggebend:

  • Druck (Auflagedruck)
  • Dauer (Druckverweildauer)
  • Disposition (Risikofaktoren)

Durch den Druck entsteht eine lokale Minderdurchblutung, die zu einem Sauerstoffmangel dieser Zone führt. Toxische Stoffwechselprodukte werden angehäuft, die nicht abgebaut werden können. Die Gefäße erweitern sich und es enteht ein Ödem, welches zu Blasen führt und schlussendlich sogar die Zellen dieser Stelle absterben. Somit ist die Haut offen und darunter können sich faulige Geschwüre ausbreiten.

Zwei Arten von Dekubitalgeschwüren treten besonders häufig auf:

  1. Dekubitus im Bereich am Steißbein und Gesäß, ca. 40 % aller Druckgeschwüre
  2. Dekubitus an der Ferse, ca. 18 % aller Druckgeschwüre

Was kann man dagegen tun?

Die richtige Vorbeugung

Es ist wichtig, die richtige Vorsorge zu treffen, wenn Sie ein Dekubitusgeschwür vermeiden wollen.

Folgende Dinge sollten Sie beachten:

  • Vorstehende Knochenpunkte oder Stellen, die besonders gefärdet sind, sollten gut abgepolstert werden.
  • Der Körper muss ständig auf Druckgeschwüre oder deren erste Anzeichen kontrolliert werden, vor allem im Gesäßbereich, da diese Zone oft übersehen wird.
  • Die Haltung des Liegenden sollte mehrmals täglich gewechselt werden.
  • In der Kleidung oder Unterlagen dürfen sich keine Falten bilden.
  • Falsch liegende Katheterschläuche müssen korrigiert werden, auch diese können Druck auf die Haut ausüben.
  • Durchblutungsanregende Lotionen können an gefährdeten Körperstellen eingesetzt werden, Massagen und ärztliche Hautpflegeprodukte sorgen ebenfalls für Erleichterung.
  • Die Haut muss immer trocken, sauber und geschmeidig sein, deswegen ist die richtige Hautpflege ausschlaggebend.
  • Die Ernährung sollte abwechslungsreich und gesund gestaltet werden, damit kein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen entsteht.

Achten Sie auf Rötungen der Haut

Besonders wichtig ist, dass Sie die Haut des Pflegebedürftigen täglich kontrollieren und auf Rötungen achten. Dies kann ein starker Hinweis für ein sich annäherndes Druckgeschwür sein. Achten Sie dabei besonders auf Gesäß und Steißbein. Machen Sie bei einer Rötung den Finger-Test:

Üben Sie Druck auf eine Stelle aus und sehen Sie, was passiert:

Um die Rötung entsteht ein weißer Rand.  kein Dekubitus
Nach Heben des Fingers verbleibt kurze Zeit ein weißer Fleck auf der Rötung. Es ist ein Risiko auf dieser Stelle gegeben, achten Sie deswegen genau darauf.
Die Rötung bleibt Es liegt ein Dekubitus vor.

Achten Sie auf die Position des Pflegebedürfigen

Stellen Sie sicher, dass der Pflegebedürfige bequem im Bett liegt, aber nicht ständig auf der selben Position verbleibt. Spezielle Hilfsmittel im Bett vermeiden das Risiko eines Dekubitusgeschwüres.

Verlagern Sie den Pflegebedürftigen mehrmals täglich, damit nicht immer die gleiche Körperstelle belastet wird.

Verwenden Sie Hilfsmittel bei der Vermeidung von Geschwüren

Antidekubituskissen mit oder ohne Luftfüllung

Aufgepumpte Luftkissen können speziell an gefährdeten Stellen eingesetzt werden, um eine Erleichterung der Druckstelle zu bieten.

Antidekubitusfelle

Diese sind besondere Felle aus Schurwolle, die die Schwekräfte auf der Haut minimieren und den Druck entlasten. Am besten setzen Sie dabei auf Schaffelle nach australischem Standard.

Achten Sie auf die Psyche des Patienten

Die Psyche des Patienten spielt ebenfalls eine große Rolle. Die Patienten sollten versuchen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, mit anderen Menschen zusammenkommen, Besuchstage sollten eingehalten werden von den Verwandten und sie sollten nicht ständig nur im Bett liegen. Somit können kranke oder älter werdende Menschen eher dazu motiviert werden, sich richtig zu ernähren und an Maßnahmen zur Vermeidung von Dekubitus teilzunehmen.

Wichtiger Hinweis
FAZIT

Die Dekubitusprophylaxe ist somit ein essentieller Teil bei der Patientenpflege, vor allem wenn eine Bewegungseinschränkung vorliegt und der Mensch nicht die Kraft hat, sich zu drehen oder aufzustehen. Deswegen muss die pflegende Person täglich Maßnahmen ergreifen, um diesem Problem entgegen zu wirken. Mit den richtigen Hilfmitteln und der Anpassung der Pflege können Sie die Schmerzen des Patienten erheblich lindern.

Weitere Informationen

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